Installationen

Zeichnung und Malerei brauchen zumeist den Untergrund in Form von Papier oder Leinwand, das plastische Gestalten benötigt den Raum. Eine Skulptur oder ein Objekt lebt in der Dreidimensionalität eines Ausstellungsbereichs, um Ausstrahlung oder Wirkung auf den Betrachter entfalten zu können. Die Arbeit reagiert unterschiedlich auf den Typus des Raumes, sie wirkt z.B. in einer Kirche anders als auf einer Waldlichtung.
Installationen haben als künstlerische Arbeiten die Möglichkeit, den Raum als zusätzliches darstellerisches Mittel zu nutzen.
Der Fackelträger des Bildhauers Willy Meller steht als massiv beschädigtes Relikt im Bereich des Sonnenwendplatzes der ehemaligen Ordensburg Vogelsang. Er stellt in Kombination mit dem dahinterliegenden Text ein NS-Symbol dar und hatte die Aufgabe, als Leitbild für die Jugend der Bewegung zu gelten. Um diese rassistische Arbeit zu konterkarieren, habe ich einen Fackelträger-Prototypus der Jetztzeit aus Fund- und Trümmerstücken mit einer Solarlampe von einem Discounter gestaltet, der in einer Vielzahl auf dem Bereich des Sonnenwendplatzes aufgestellt werden könnte. Die Wirkung der Materialien auf den Betrachter soll den Weg zu Zerstörung und Untergang des dritten Reiches zeigen. Die Solarfackeln in ihrer beliebigen Vielzahl sind als triviales Zitat der unsäglichen Fackelzüge der damaligen Zeit zu verstehen.

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